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02Jul

GRÜNE Zukunftskonferenz 2.Juli 2011 Leitbild Kommune – Kultur Inputpapier von Eva Leipprand

Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik und für nachhaltige Transformationsprozesse gerade auch in der Kommune von entscheidender Bedeutung.
Aus der „Allgemeinen Erklärung zur kulturellen Vielfalt“ der Unesco:
„Im Lauf von Zeit und Raum nimmt die Kultur verschiedene Formen an. Diese Vielfalt spiegelt sich wieder in der Einzigartigkeit und Vielfalt der Identitäten, die die Gruppen und Gesellschaften kennzeichnen, aus denen die Menschheit besteht. Als Quelle des Austauschs, der Erneuerung und der Kreativität ist kulturelle Vielfalt für die Menschheit ebenso wichtig wie die biologische Vielfalt für die Natur. Aus dieser Sicht stellt sie das gemeinsame Erbe der Menschheit dar und sollte zum Nutzen gegenwärtiger und künftiger Generationen anerkannt und bekräftigt werden.“
Im Lichte dieser Sätze sollte man kulturelle Ausdrucksformen nicht mehr als schichtenspezifische oder ethnisch begründete Exklusionsinstrumente, sondern als Ausdruck von Fülle und Vielfalt verstehen. Dies gilt für Schülerwettbewerbe um die beste Band und das deutsch-türkische Filmfest ebenso wie für den Lesezirkel im Bürgerhaus und auch für Oper, Stadtarchiv und Heimatmuseum.
Der Beschluss der BDK Freiburg „Demokratie braucht starke Kommunen!“ im Oktober 2010 hat der Kultur zu Recht auch im Rahmen der Daseinsvorsorge Gewicht gegeben. Im Zukunftsforum „Aufgaben und Herausforderungen der Kommunen“ auf dem Zukunftskongress am 2. Juli 2011 wird es daher auch einen Tisch „Kultur“ geben. Kulturpolitik ist Mentalitätspolitik und die stärkste soft power überhaupt (Max Fuchs). Wir reden über ein sehr einflussreiches Politikfeld, das wir GRÜNEN nicht den anderen Parteien überlassen sollten. Insbesondere wenn wir von Nachhaltigkeits-prozessen sprechen, von der großen Transformation hin zu nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsformen, dürfen wir die Kulturpolitik nicht außer Acht lassen, da es bei solchen Prozessen wesentlich auch um einen kulturellen Wandel geht.
Was kann Kulturpolitik in der Kommune zu gesellschaftlichen Prozessen im Sinne der GRÜNEN beitragen?
Kulturpolitik kann bei der Darstellung der kulturellen Vielfalt helfen, die Verschiedenheit am Ort zu Wort kommen lassen, dem Potential in der Diversität die Möglichkeit geben, sich zu entfalten. Die unterschiedlichen Kulturen haben unterschiedliche Antworten auf die Fragen der Welt, das ist eine kostbare Ressource für die Zukunft der Menschheit.
Über kulturelle Bildung kann Kulturpolitik Kindern und Jugendlichen helfen, ihre eigene Kreativität zu entdecken und zu entfalten, „Lebenskunst“ zu entwickeln und damit eine Alternative zur Konsumkultur zu finden. Wir brauchen kreative Menschen, die auf dem Weg in die Zukunft das ganz Neue, das ganz Andere denken und gestalten können.
Kulturpolitik kann einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Kommune leisten. Sie kann helfen, Bilder und Symbole zu schaffen, die nach innen und außen strahlen. Solche Bilder müssen zusammen mit den Menschen in der Kommune erarbeitet werden. Indem Kulturpolitik das Unverwechselbare des Ortes herausarbeitet, hilft sie mit, einer sich ausdifferenzierenden Gesellschaft Identität und einen Ort zum Festhalten zu geben, „Heimat“ im guten Sinne gegen die Orientierungslosigkeit der Globalisierung.
Heimat kann auch ein Stadtteil sein. Kulturpolitik muss integriert sein in Programme der Stadt- und Stadtteilentwicklung (kulturelle Zentren, Treffpunkte, Teilhabe- und Identifikationsmöglichkeiten). „Aufsuchende Kulturpolitik“ geht dabei hinaus in die Gesellschaft und nimmt die Aufgabe der Vermittlung wahr. Sie kann zu einer Definition von „Wohlstand“ und „gutem Leben“, die nicht mehr in erster Linie vom Materiellen bestimmt ist, beitragen.
Das alles ist keineswegs vollständig. Wie gut, dass wir am 2. Juli die Möglichkeit haben, die Diskussion zu vertiefen.

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