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04Mai

Handlungsleitfaden für die kommunale Kulturpolitik nach Corona

Zwei Kolleg*innen aus Niedersachsen haben eine Handreichung für die kommunale Praxis nach Corona erstellt. Ferner erinnern wir noch an den Katalog aus Nordrhein-Westfalen. Sicherlich gibt es noch viel mehr kommunale Kulturpolitiker*innen, die den Austausch und Informationen suchen. Wir bieten uns dazu an: entweder hier direkt auf die Seite einen Kommentar schreiben oder eine E-Mail an bag.kultur@gruene.de.

04Mai

Bislang halbherzig und unausgegoren – die Hilfsprogramme für Kultur

Damit das Leben auch in Zukunft bunt und vielfältig bleibt: Solidarität und Absicherung für die Kultur.“ Unser Antrag wird von Mitgliedern aus allen Bundesländern und von allen Ebenen getragen. Er wurde am 2. Mai, zum digitalen Länderrat, mit 63 Ja-Stimmen bei 5 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen angenommen. Die Rede dazu von Rainer Bode (leicht umgestellt):

Kultureinrichtungen, ob Museen, Kulturzentren und -Konzerthäuser, Bibliotheken, Kinos, Literaturhäuser, Theater, Live-Clubs und die  Festivals wurden relativ früh geschlossen und werden zum Teil die letzten sein, die wieder geöffnet werden.

Mit unserem Antrag wollen wir eine stärkere öffentliche Diskussion über Kunst und Kultur in der Politik vorantreiben und nicht als Stiefkind, auch in unserer Partei, behandelt werden. Gerade weil alle Mitglieder in irgendeiner Weise mit Kunst und Kultur verbunden sind. Und da ist es gut, dass das Thema hier beim Länderrat behandelt wird.

Trotz vieler Ankündigungen von Bund und der Länder, die Kulturschaffenden bei den Förderprogrammen im Blick zu haben, ist vieles nur halbherzig und unausgegoren.

Derzeit bin ich selbst als Berater in einer Sprechstunde beim Kulturrat NRW aktiv und bekomme hautnah die Probleme von selbstständigen Künstler*innen, von Kulturschaffenden mit.

Viele Probleme bei der Umsetzung der Förderprogramme sind aufgebrochen. Ob die Anerkennung der Lebenshaltungskosten oder die Vereinfachung beim Zugang zur Grundsicherung. Der Bund bewegt sich leider zu wenig. Einige Länder sind da weiter. Baden-Württemberg geht voran mit der Festlegung, dass „auch maximal ein Betrag in Höhe von 1.180 Euro pro Monat für fiktiven Unternehmerlohn angesetzt werden kann“. Das ist eine Lösung für alle Beteiligten für 3 Monate.

Wir wissen um die unterschiedliche Finanzkraft der Länder und der Kommunen, sind für gleichwertige Lebensbedingungen und das sollte auch für die Kulturangebote gelten. Und deswegen muss der Bund ein eigenes Förderprogramm, eine Soforthilfe, abgestimmt mit den Programmen der Länder und der Kommunen, auflegen.

Wir betrachten einerseits mit Skepsis die Öffnung und Lockerungen von Institutionen und Häuser, fordern aber, nicht nur den Blick auf Auto- und Möbelhäuser und Großhandel zu richten, sondern die Kultureinrichtungen  sorgsame Konzepte mit Perspektive entwickeln und umzusetzen zu lassen und nicht wieder ins Abseits zu stellen.

Wir sind für Gutscheinlösung, aber eben freiwillig und nicht als Zwang, wie die Bundesregierung das vorhat. Es gibt noch viele andere Baustellen, die geklärt werden müssen (Perspektiven, Grundsicherung, Regelungen für Künstler*innen, z.B. aus den Bühnenberufen als temporär, unstetig Beschäftigte, für die die Programme derzeit nicht greifen.)

Wir haben das Ziel, Künstler*nnen, Gruppen, Vereine, Clubs, Einrichtungen aus der Kreativwirtschaft, die Gefahr laufen, durch das Raster der Förderung zu fallen, nicht nur im Blick zu haben, sondern für die auch etwas zu tun. Viele, ob Musiker*innen oder Bühnendarsteller*innen leben von Liveauftritten, von Livekonzerten. Geisterspiele, sprich Geisterkonzerte, sind keine Lösung.

Es gab die Kritik, dass wir zu wenig an Perspektiven  und Ideen von und mit den KünstlerInnen formulieren. Wir antworten: Arme, hungrige Künstler*innen sind selten kreativ. Sie müssen essen und trinken und das ist jetzt vorrangig zu lösen. Und gleichzeitig mischen sie sich in den Diskurs ein, machen Kulturangebote (siehe Igor Levit), äußern sich zur Corona Krise, aber alte Männer wie Castorf, der sich nicht mal die Hände waschen kann, bringen da keine sinnvollen Beiträge. Und die Künstler*innen arbeiten dran, möglichst bald wieder auf der Bühne zu stehen.

Und bei unserem Antrag haben wir nicht vergessen, dass wir ein europäischen Land sind, den internationalen Kulturaustausch wollen Europa stärken und 75 Jahren nach Befreiung vom  Faschismus die Erinnerungskultur immer wieder hervorheben.

Zum Schluss: Die Förderung muss auch ankommen. Die Zuwendungsbedingungen müssen vereinfacht werden und die Aussage vom Finanzministerium NRW muss zur Leitschnur werden: „Den Ermessensspielraum großzügig auslegen.“ Und da sollten wir Grüne energisch dabei helfen und alle, nicht nur Kulturpoliker*innen und Kulturschaffende, sind eingeladen, da mit zu machen. Ich bitte um Zustimmung zu unserem Antrag.

21Apr

Kultur in Quarantäne darf nicht zur Rosskur werden

Solidarität mit allen, die von ihrer Kreativität leben und Absicherung für die Kulturbranche mit allen ihren Angeboten und Mitwirkungsmöglichkeiten – hier unser Antrag
Damit das Leben auch in Zukunft bunt und vielfältig bleibt.

Die BAG Kultur von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat diesen Antrag (Link oben) zur Corona Krise beim Länderrat der Partei eingereicht.
Der Länderrat ist das oberste beschlussfassende Organ zwischen den Bundesversammlungen (BDKen). Der erste digitale Parteitag findet am 2. Mai 2020 voraussichtlich von 14 Uhr bis 17.30 Uhr statt.
Der Länderrat beschließt über die Richtlinien der Politik zwischen den Bundesversammlungen und koordiniert die Arbeit zwischen den Gremien der Bundespartei, den Fraktionen und den Landesverbänden. Dem Länderrat gehören die Mitglieder des Parteirates an, Delegierte aus den Landesverbänden, die SprecherInnen und der/die parlamentarische GeschäftsführerIn der Bundestagsfraktion, Mitglieder der Gruppe von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Europaparlament, Mitglieder des Bundesverbandes der GRÜNEN JUGEND und Delegierte der Bundesarbeitsgemeinschaften. Mehr unter
https://www.gruene.de/artikel/erster-digitaler-laenderrat-am-2-mai-2020

Einen Tag darauf und ergänzend dazu erschienen diese konkreten Forderungen von den „Grünen in den Kommunen in NRW“, gute Beispiele für andere Bundesländer:
http://gruene-bag-kultur.de/wp-content/uploads/2020/04/Forderungen-NRW-Kommunen-Kultur-Maßnahmen-Corona.docx

02Apr

Kultur nach Corona – unser Positionspapier

Unserer Kulturlandschaft droht ein Kahlschlag, wie ihn unsere Gesellschaft in den letzten 75 Jahren nicht erlebt hat. Um diesem zuvorkommen, stellen wir diese Forderungen: Solidarität und Absicherung für die Kultur gerade in Zeiten der Corona-Krise.

30Mrz

Kultur in Zeiten von Corona

Künstler*innen und Kulturschaffende sind von den Corona-bedingten Schließungen aller Kultur- und Bildungsstätten massiv betroffen und leider aufgrund der Tatsache, dass sie oft ohnehin auf Honorarvertragsbasis arbeiten, davon existenziell bedroht. Vielen Kulturorten droht mit langen Schließungen das Aus und es ist wichtig, dass der sozialen Distanz nicht noch eine kulturelle Öde folgt. Neben den strukturellen Hilfen, die aus Bund und Ländern kommen müssen, fragen sich viele Kulturliebhaber*innen, wie man auch kleinteilig Künstler*innen und Kulturstätten, das Kino nebenan, den kleinen Liveclub, oder die Buchhandlung unterstützen kann und wie wir in diesen Zeiten auch auf unsere lebenswichtige Dosis Kultur nicht verzichten müssen.

Einige Ideen (Liste wird fortgesetzt):

Gutscheine Kaufen: Der kleine Buchladen, das Lieblingscafé, das Kino um die Ecke, der kleine Musikklub, die Lieblingsband … sie alle sind auch online erreichbar und viele bieten sowieso Gutscheine an. Unterstützt diese „Lieblingsläden“ indem ihr jetzt Gutscheine kauft, für später. Die kann man zu Ostern auch prima verschenken. #Kulturhamster

Online-Veranstaltungen besuchen: Viele Künstler*innen und Kulturorte, aber auch Festivals haben nach dem ersten Schock, Formate für das Netz entwickelt, die wir besuchen können. Teilt diese Formate in euren Netzwerken, damit viele Menschen teilnehmen. Man kann es zum Event machen und sich mit Freunden verabreden, zum gemeinsamen Konzert, zur gemeinsamen Lesung: So quasi #gemeinsamallein

Es gibt etliche Links, eine gute tägliche Übersicht findet man u.a. bei den Krautreportern

https://krautreporter.de/3266-was-geht-heute-im-netz-veranstaltungstipps-fur-die-quarantane-wochen?utm_source=Krautreporter+Newsletter&utm_campaign=b58edb74cb-Communitypost_2020_03_22&utm_medium=email&utm_term=0_9ed711293a-b58edb74cb-219596317

oder bei: https://dringeblieben.de

Clubbesuch digital: Hier gibt es eine tolle Aktion aus Berlin, die schon nachgeahmt wird. Die Plattform www.unitedwestream.berlin streamt jeden Abend live aus einem leeren Berliner Club unterstützt von arte und hat auch einen Spendenbutton. Die Einnahmen kommen über die Clubcomission den Clubs zugute.

Flashmobs real und digital: Real muss es mit Abstand also über die Balkone gehen, vielleicht müssen wir ja auch die fete de la musique in fete de le balcon umbenennen, who knows. Digital scheitert die Idee mancherorts leider an der Netzabdeckung, die zu leichter Asynchronität führen kann. Ein schönes Beispiel von den Camden Voices: https://bit.ly/3abFF3C

Kinotrailer schauen: Ohne Publikum haben die Kinos keine Einnahmen. Die Kosten von Miete und Personal müssen jedoch weiterbezahlt werden. Die Kino-Vermarkter haben ein Format, mit dem man seinem Kino helfen kann, indem man im Lieblingskino online Werbung schaut, die man sonst im Kino sieht. Jeder Spot wird von den Werbepartnern vergütet und zwar an das jeweilige Kino. http://hilfdeinemkino.de

KeinGeldZurück: Für abgesagte Veranstaltungen können Kulturfreund*innen sich die Ticketkosten erstatten lassen, oder als Unterstützung der Kultur eben nicht. So kann man Veranstalter*innen von Festivals, Theatern, Konzerthäusern unterstützen. http://www.ticketbehalten.de #IchWillKeinGeldZurück

Onlineshopping: Nicht alle, aber einige, Plattformen für Streaming und Direktvermarktung für Musiker*innen schütten in diesen Tagen mehr Geld an die Künstler*innen aus. Daher heißt es auch hier: Unterstützt eure Lieblingskünstler*innen indem ihr auch digital gerade jetzt ihre Musik oder Ebooks kauft.

Spendenplattformen: Da Corona viele Künstler*innen an den Rand ihrer Existenz bringt, sammeln auch Künstler*innen für Kolleg*innen.

Osteraktion: Gegen die Einsamkeit und Langeweile, beschenkt eure Lieben, aber denkt dabei lokal, denn unnötige Postverschickungen sollte man vermeiden. Wie wäre es mit einem Buch, einem Ticket, einem Gutschein bei einem lokalen Geschäft in der Nachbarschaft (viele sind ja online und telefonisch weiter da) für die Freund*in oder Verwandten, vieles bekommt man nur digital (Gutscheine) und viele kleine Geschäfte liefern auch direkt an die Tür. Der/ die Beschenkte ist dann der/die, die nun ein Geschenk an einen Lieblingsmenschen macht. Daraus kann im besten Fall sogar eine #Kulturkette entstehen, die kleinen Läden und Geschäften hilft, zu überleben.

Hier weitere Anknüpfungspunkte – ohne Gewähr für Vollständigkeit und Zuverlässigkeit. Unter diesen Quellen gibt es natürlich viele Überscheidungen:

Die innerhalb von einer Woche beschlossenen Bundes-Soforthilfen für Soloselbständige, kleine Unternehmen, Freiberufler und Landwirte werden ab 30.03.2020 durch die Bundesländer umgesetzt, dazu gilt folgende Verwaltungsvereinbarung, und dazu stehen folgend Anlaufstellen vor Ort zur Verfügung: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2020/20200329-weg-fuer-gewaehrung-corona-bundes-soforthilfen-ist-frei.html

Grüne Bundestagsfraktion: https://www.gruene-bundestag.de/themen/gesundheit/gemeinsam-solidarisch-und-entschlossen-handeln
Speziell zum Thema Corona und Kulur – schnelle Hilfe jetzt: https://www.gruene-bundestag.de/themen/kultur/schnelle-hilfe-jetzt

Deutscher Kulturrat: https://www.kulturrat.de/corona

In den Newslettern Nr. 5 ff. des Deutschen Kulturrates werden wiederum sehr viele Links veröffentlicht, die die einzelnen Bundesländer oder Kultur- und Medienbereiche betreffen, sehr zu empfehlen:
https://www.kulturrat.de/coronanl/corona-versus-kultur-newsletter-nr-5/

Am 27. März erschien die „Politik & Kultur“, Zeitung des Deutschen Kulturrates, zum Schwerpunkt „Corona versus Kultur“: https://www.kulturrat.de/presse/pressemitteilung/politik-kultur-42020-mit-schwerpunkt-corona-vs-kultur-erschienen/

Der Kulturrat von NRW ist spezieller https://www.kulturrat-nrw.de/corona-pandemie-informationen-ueber-finanzielle-unterstuetzung-fuer-betroffene-kuenstlerinnen/

Beispielhaft für einzelne kommunale Lösungen, die Maßnahmen aus und für Köln, wenn Bundes – und Landesmittel nicht richtig greifen sollten: https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/21627/index.html?fbclid=IwAR0h5rbg9i-m2vOu7OhtOznrV657qfRdHKkMoTC2WJHsJl6vt8POxPF2Isw

Eine tolle elektronische Pinnwand mit vielen, vielen Informationen ist dieses breite Padlet, es wird fortlaufend aktualisiert, jede/jeder kann dabei mitwirken: https://padlet.com/kreativedeutschland/zu41puas9yk3?fbclid=IwAR12jHihGLjJpcn30Ko4G3YI7F0XKcS80VevyxQD2cNH5QkBIf-5QC7y_vo

Das Ensemble-Netzwerk möchte Künstler*innen, die Gagenausfälle haben, schnell und unbürokratisch mit einer Finanzspritze von 500 € unterstützen und initierte dazu eine Spendenaktion: https://www.betterplace.org/de/projects/77979-500-soforthilfe-fur-theaterschaffende, außerdem gibt es dort auch die Umfrage „Gastvertrag – wirst Du bezahlt?“: https://www.surveymonkey.de/r/ensemblenetzwerk

Tipps zur Frage “ Bekomme ich für meine wegen der Corona-Krise abgesagten Proben und Vorstellungen die volle Gage?“ und andere Ratschläge auch bei Theapolis: https://www.theapolis.de/de/news/show/bekomme-ich-meine-gast-gage. Dazu gibt es Beispielberichte und Diskussionen auf einschlägigen Foren u. a. von „Art but Fair“ (Facebook @Kuenstlergagen) oder des Deutschen Bühnenvereins.

Hilfe aus dem Nothilfefonds der Deutschen Orchester-Stiftung: https://orchesterstiftung.de/nothilfefonds

„Die im Dunkeln sieht man nicht“ oder vergisst sie leicht in diesem Kontext. Um so besser, dass es speziell für alle technischen Berufe im Backstage einen privaten Solidaritätsfonds gibt: https://www.handforahand.de

Beispiel einer Spendenaktion. Wer diese Tage nicht wie sonst ausgeht, hat genau das Geld übrig, das anderen fehlt. Leipziger Künstler (in Festanstellung) spannen einen „Kulturfallschirm“ für freie Kulturschaffende, Spendenannahme hier: https://www.startnext.com/leipziger-kulturfallschirm

Die Society of Music Merchants e. V. (SOMM), Verband der Musikinstrumenten und Musikequipmentbranche, stellt eine umfassende Brancheninformation zur Verfügung: https://www.somm.eu/uploads/media/BI_KW_12_Informationen_Corona_V04__200323_dk_01.pdf

Die GVL gibt Soforthilfe in Höhe von 250 Euro. Betroffene wenden sich zur Beantragung und Glaubhaftmachung bitte direkt an die GVL. https://www.gvl.de/coronahilfe?fbclid=IwAR3hjcjSG5xRx9_ZbHSHAntDdhS6tj6n4LA-a15HCBW57_1awC8QImowJX4

Auch die GEMA denkt an ihre Mitglieder: https://www.gema.de/musikurheber/nothilfe-programm-fuer-gema-mitglieder/ und bald auch an die Musiknutzerinnen und -nutzer, hier: https://www.gema.de/musiknutzer/coronavirus-kundenunterstuetzung/

Ebenso möchte die Künstlersozialkasse dazu beitragen, die Situation für ihre Versicherten und für die abgabepflichtigen Unternehmen abzufedern, „soweit dies im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten möglich ist.“: https://www.kuenstlersozialkasse.de/die-ksk/meldungen.html

Die Deutsche Orchestervereinigung war einer der ersten Clubs, die umfassende Linksammlungen und Tipps hier zusammenstellte: https://www.dov.org/oeffentliche_meldungen/corona-virus-leitfaden-fuer-freischaffende-aktualisiert

Der Fond Darstellende Künste nimmt mit seiner Fördermaßnahme #takecare zunächst von Einkünfteausfällen betroffene frei produzierende Künstler*innen, die in den letzten zehn Jahren durch den Fonds gefördert wurden, in den Blick: https://www.fonds-daku.de/takecare/

Der Deutsche Bühenverein fasst zusammen, was der Bund und die Bundesländer bislang beschlossen haben: http://www.buehnenverein.de/de/informationen-corona.html

Barauszahlung! Die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) stellt 50.000 Euro zur solidarischen Unterstützung von durch die Corona-Krise in Not geratenen Theaterschaffenden (Mitglieder) zur Verfügung: https://www.buehnengenossenschaft.de/pressemitteilung-corona-genossenschaft-deutscher-buehnen-angehoeriger-leistet-sofortnothilfe

Die ZAV-Künstlervermittlung der Bundesagentur für Arbeit sammelt und vermittelt – mittlerweile auch schon auf diversen Unterseiten – viele „Corona-Links“: https://t1p.de/opsu

Corona-Soforthilfen für Selbständige, Freiberufler und Künstler aller Bundesländer im „Gründerlexikon“ von Torsten Montag: https://www.gruenderlexikon.de/news/kurz-notiert/corona-soforthilfen-der-bundeslaender-im-ueberblick-84233716

„Als Unternehmen, Selbst­ständiger oder Frei­berufler sind Sie durch die Corona-Krise in finanzielle Schief­lage geraten und benötigen einen Kredit?“ Die öffentlich-rechtliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), „Bank aus Verantwortung“, wird von der Grünen Bundestagsfraktion dazu noch etwas mehr in die Pflicht genommen, sie bietet sich nun aber auch selbst an: https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html

Kreativität und Know-How um die Wette laufen lassen – das Hackathon „WirvsVirus“ der Bundesregierung: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/wir-vs-virus-1731968 und hier ist die aktuelle Playlist: https://www.youtube.com/channel/UCPv_kdljMHmt4kLNB7QGn0g/playlists?view=1&sort=dd&shelf_id=2

Verdi – Handreichung für die Unterstützung selbständiger und freier Kulturschaffender : https://t1p.de/nr3e

Der Coronavirus und die Film- und Fernsehproduktion in Deutschland. Informationen der Produzentenallianz: https://www.produzentenallianz.de/coronavirus/

Der Bundesverband Schauspiel (BFFS) hat einige Praxistipps rund um die Themen Veranstaltungsabsage, Honoraverlust: https://www.bffs.de/2020/03/10/erste-hilfe/ Das ganze auch vertont – der…

BFFS Podcast: „Corona-Virus und wie wir in der Schauspielszene mit den Auswirkungen umgehen können“: https://podcasts.apple.com/de/podcast/bffs-podcast-der-podcast-f%C3%BCr-schauspielerinnen-und/id1202555200?i=1000469585695

Der Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren informiert: https://www.lektorenverband.de/linksammlung-finanzielle-massnahmen-in-der-coronakrise/?fbclid=IwAR0KWrG-jhi_xaN2P-2EyPj_FQfih9RkbYJclc78MndMnQq-LjIraCS7Tfc

Finanztip: https://www.finanztip.de/blog/thema/coronavirus/ oder
https://www.finanztip.de/blog/corona-wie-selbststaendige-und-unternehmen-die-krise-ueberbruecken-koennen/?utm_source=Mailjet&utm_medium=email

SZ – Wie es nach den bald geltenden (Sonder)gesetzen nicht laufen sollte, wie es aber seit den Gesetzen aus der Zeit der rot-grünen Regierung läuft und nach „Corona“ wieder, ob nun für alle und eben auch für Künstler und ob nun besonders in Hamburg oder auch woanders – der Artikel nimmt es da nicht so genau, wir etwa? https://www.sueddeutsche.de/kultur/corona-grundsicherung-kuenstler-1.4856790

NACHTRAG vom 11.05.2020:
Aufforderungen der Bundes- und Landesverbände aus den Bereichen Musik und Darstellende Kunst an die Bundesregierung, die Regularien bei den bestehenden Corona-Hilfen an den tatsächlichen Bedarf von Soloselbständigen aller Branchen anzupassen und insbesondere die spezifischen Lebens- und Arbeitsrealitäten freier Künstler*innen zu berücksichtigen.

16Nov

Gemeinsames Europa – kulturelle Vielfalt in Europa

„Wenn es gelingt, Europa auch als einen transnationalen Kulturkosmos in gegenseitiger Wertschätzung seiner verschiedenen kulturellen Identitäten zu begreifen, kann es seine ökonomische und ökologische Bedeutung in der Welt nachhaltig weiterentwickeln. Kultur und Kunst sind besonders dazu geeignet, für die europäische Öffentlichkeit identitätsstiftende Bindungskräfte zu entfalten und die Institutionen und Regeln eines nachnationalen Europa mit Leben zu erfüllen.“

Liebe Leute,
hier findet ihr das Europawahlprogramm 2019, das auf dem Parteitag im November 2018 in Leipzig beschlossen wurde. Die kulturpolitischen Aussagen sind im Kapitel 5 (S. 155 ff.) und bezogen auf die Arbeitsschwerpunkte unserer BAG in 5.5, (S. 175 – 177).

Wir stehen für die Brüsseler Erklärung – für die Freiheit der Kunst – initiert von Erhard Grundl und Claudia Roth.

07Apr

Unsere kulturpolitische Position als BAG

Bündnisgrüne Kulturpolitik – Standortbestimmung und Selbstverständnis

„Als Quelle des Austauschs, der Erneuerung und der Kreativität ist die kulturelle Vielfalt für die Menschheit ebenso wichtig wie die biologische für die Natur. Aus dieser Sicht stellt sie das gemeinsame Erbe der Menschheit dar und sollte zum Nutzen gegenwärtiger und künftiger Generationen anerkannt und bekräftigt werden.“ (Aus der allgemeinen Erklärung zur kulturellen Vielfalt der UNESCO)

Kultur ist gemeinsames Gut und kulturelle Teilhabe ein allgemeines Menschenrecht. Um dieses Gut zu bewahren und neu zu bereichern, bedarf es der Aktivitäten öffentlicher Institutionen genauso wie des privaten Engagements. Unsere Kulturpolitik präsentiert sich zentral und dezentral, partizipatorisch und transparent. Wir stehen für eine Vielfalt von Kultur. Um sie zu stärken, empfehlen wir eine Kulturförderung, die sich auf Innovation, Teilhabe und Qualität konzentriert. Doch muss Kultur keinen Zweck erfüllen. Die Kunst ist frei.

Vielfältig, humanistisch, nachhaltig

Kulturpolitik will den einzelnen Menschen in die Lage versetzen, seine Zukunft und die der Gesellschaft aktiv und kreativ mitgestalten zu können. Dafür wollen wir eine vielfältige Kulturlandschaft schaffen, die dazu anregt, Menschen, Situationen und Objekte aus verschiedenen Blick- winkeln zu erleben und auf Entwicklungen Einfluss zu nehmen. Diese Kulturpolitik lässt sich von den Ideen des Humanismus, der Freiheit und der Nachhaltigkeit leiten. Sie begreift Kultur als Handlungsraum, in dem alle Menschen auf der Basis von Selbstbeobachtung an der Gestaltung der Gesellschaft als einer sozialen Plastik teilhaben können. So geht sie über einen tradierten Kulturbegriff hinaus, indem sie ihn um die Gesellschaftsrelevanz und den Gestaltungsanspruch erweitert. Unsere Kulturangebote fördern mehrdimensionales Wahrnehmen, Erkennen, Analysieren, Hinterfragen und die eigene Kreativität. Damit können sie die Verbesserung unserer Lebensqualität erreichen und durch sinnlich-ästhetische Erfahrungen die emotionale Verankerung geistig-wissenschaftlicher Erkenntnisse ermöglichen. Eine wertorientierte Kulturpolitik unterstützt uns bei der Bewältigung der vielen großen Herausforderungen unserer Zeit. Sie führt zu einer Stärkung unseres demokratischen Zusammenlebens und sie ist Teil der aktuell notwendigen Fortschreibung der Aufklärung. Gegenwärtig im Zeitalter des Anthropozäns hat der Mensch mit seiner Kultur, als die Natur maßgeblich beeinflussender Faktor, eine besondere Verantwortung.

Innovativ, hochwertig, breitenwirksam

Bündnisgrüne Kulturpolitik bezieht alle kulturellen Akteure ein, seien es öffentliche Institutionen, freie Gruppen, private Initiativen oder Unternehmen. Vermeintliche Grenzen wollen wir durchlässiger gestalten. Projekte und Vermittlungsangebote sind für uns Pulsmesser und Triebkräfte für gesellschaftliche Entwicklungen und widmen sich insbesondere auch neuen Themen und Formaten. Wir wollen erreichen, dass der Austausch der Akteure auf Augenhöhe stattfindet. Wir setzen uns ein für die Emanzipation der künstlerischen Forschung, die Stärkung der kulturellen Bildung und für die Öffnung kultureller Initiativen auch außerhalb etablierter Kulturorte. Wir wünschen uns eine Kulturarbeit, die in der Kindheit beginnt und danach nicht aufhört, unabhängig von Wohnort, Geldbeutel, Herkunft, körperlichen Voraussetzungen oder Identität.

Global, regional, integrativ

Bündnisgrüne Kulturpolitik fördert globales Denken und regionales Handeln. Ihre Kulturangebote sind so angelegt, dass Menschen globale Themen durch Kunst und Kultur auf ihr Leben beziehen und ihr persönliches Engagement in ein größeres Ganzes einfügen können. Konkrete Bezüge zum Lebensraum von Menschen fördern die Impulse, diesen Raum auch selbst mitzugestalten. Vermittlung, Motivationsanreize und ein aktives Angebot vor Ort unterstützen die Eigenaktivität. Unsere Kulturpolitik schafft mit ihren Angeboten Brücken zwischen den Generationen, unterschiedlichen Kulturen und sozialen Gruppen. Sie setzt auf Produktionen und Interaktionen, die in der Lage sind, bestehende Distanzen und Fremdheiten aufzugreifen, diese in vielfältigen, kommunikativen Ausformungen zu bearbeiten und neue Blickweisen aufscheinen zu lassen.

Kunstgerecht, fair, sozial

Bündnisgrüne Kulturpolitik will die vorhandenen Ressourcen gerecht zugänglich machen. Möglichst alle Menschen sollen vor Ort kulturelle Anregungen und Betätigungsfelder finden, die ihren Interessen entsprechen. Vorrangig wollen wir Kulturorte sichern und so Freiräume für Kultur langfristig erhalten. Kommunale Kulturanbieter, etablierte Institutionen und die Freie Szene nehmen wir gezielt als regionale Akteure wahr, daher wollen wir sie für Produktionen und Vermittlungsangebote deutlich stärker als bisher unterstützen. Insbesondere geförderte Kultureinrichtungen sollen verstärkt Programme entwickeln, mit denen sie neue Zielgruppen erschließen. Die vorhandenen Förderungen sollen nach demokratischen Grundsätzen verteilt, Entscheidungen transparent dargestellt und Gelder unbürokratisch vergeben werden. Wir legen dabei Wert auf die Zusammenarbeit mit Initiativen, Gremien, Verbänden und den Beteiligten. Wichtig sind uns grundsätzlich die Einhaltung von Honoraruntergrenzen, sozialer Mindeststandards und eine gleichberechtigte Einbindung in die Sozialversicherungssysteme – was wir noch mehr erstreiten müssen – sowie der Fortbestand von Urheberrechten auch bei modernster Medienproduktion und Warenwirtschaft. Gute Kulturpolitik soll Kreativität erkennen, Möglichkeitsräume schaffen und es den Akteuren erleichtern, sich auf das kulturelle Schaffen zu konzentrieren.

Eine so vielschichtig entfaltete Kultur ist ein wesentlicher Schlüssel für die Umsetzung humanistischer Werte und echter Nachhaltigkeit. Denn „vernünftige Natur zu sein und als solche etwas zur Naturgeschichte beizutragen, was andere Lebewesen nicht gleichermaßen tun, nämlich Kultur, ist tatsächlich die besondere Chance des Menschen … in der Welt seinen Platz zu finden“ (Klaus Michael Meyer-Abich).

Beschlussfassung der BAG-Kultur vom 1.4.2017 in Osnabrück

 

Hier erhaltet Ihr unser Positionspapier, welches wir auf Basis verschiedener Vorarbeiten letzten Sommer in Schwerin in einem Workshop erarbeitet, mithilfe der Schreibgruppe dann in Kassel redaktionell gefasst und nun letztes Wochenende in Osnabrück verabschiedet haben.
Es steht für unsere grundsätzliche Position, von welcher aus wir alle weiteren Schritte jeweils nach Bedarf ableiten können; vom Arbeiten für das Wahlprogramm bis hin zu Diskussionen über Förderpolitik oder die Erstellung von Werbematerialien oder oder…
Danke allen Beteiligten für die sehr gute Zusammenarbeit.
Herzlich, Uta
02Apr

Geschützt: Unsere Anmerkungen Wahlprogramm – Bitte um Rückmeldungen aus der BAG

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02Apr

Geschützt: Protokoll der BAG-Sitzung in Osnabrück, 31.03. bis 02.04

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31Mrz

Geschützt: Tagesordnung der BAG-Sitzung in Osnabrück (31.03. bis 02.04.2017)

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